Endovenöse Laser-RF-Ablation


Endovenöse Laser- und RF-Ablation sind minimalinvasive Verfahren zum Verschluss funktionsgestörter Stammvenen – etwa der Vena saphena – bei chronischer Veneninsuffizienz. Im Inneren der Vene wird Laser- oder Radiofrequenzenergie appliziert, um die Venenwand kontrolliert zu erhitzen und zu verschließen. So wird der Reflux beseitigt und die Varizen-Symptome nehmen ab.
Im Vergleich zur offenen Operation bieten Laser- und Radiofrequenzablation weniger Schmerzen, schnellere Erholung und bessere ästhetische Ergebnisse. Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie und unter Ultraschallkontrolle. Nach dem Verschluss wird der Blutfluss über gesunde Venen umgeleitet und das Kreislaufgleichgewicht erhalten.
Zu den Vorteilen der endovenösen Ablation zählen eine geringe Komplikationsrate, kurze Rekonvaleszenz und die rasche Rückkehr in den Alltag. In der Regel gehen Patientinnen und Patienten am selben Tag nach Hause. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen nach dem Eingriff unterstützt die Dauerhaftigkeit des Verschlusses und reduziert mögliche Schwellungen.
Kontrollen mit Doppler-Ultraschall dienen der Beurteilung des Verschlusserfolgs. Regelmäßige Nachsorgen sind wichtig, um neue Refluxquellen frühzeitig zu erkennen. Bei korrekter Patientenauswahl und Durchführung durch einen erfahrenen Behandler erzielen endovenöse Laser- oder RF-Ablation hohe Erfolgsraten in der Therapie der venösen Insuffizienz.

Nach Abschluss seiner Facharztausbildung in Herz- und Gefäßchirurgie spezialisierte sich Op. Dr. İlker Zan insbesondere in den Bereichen Phlebologie und Gefäßchirurgie weiter. Seit vielen Jahren führt er nicht-chirurgische Krampfadernbehandlungen durch. Nachdem er in mehreren öffentlichen Einrichtungen und privaten Krankenhäusern tätig war, gründete er 2019 seine eigene Klinik in Alanya und setzte dort seine Behandlungen fort. Im Jahr 2025 bietet er seine Dienstleistungen weiterhin in der von ihm in Antalya gegründeten Dr. ZAN Venenklinik an.
Über mich KontaktVenen transportieren das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen. In ihrem Inneren befinden sich Rückschlagklappen, die den Rückfluss durch die Schwerkraft verhindern. Versagen diese Klappen, entsteht eine chronische Veneninsuffizienz – umgangssprachlich: Krampfadern.
Arbeiten die Klappen nicht mehr richtig, fließt das Blut nicht effizient zum Herzen, sondern zurück in die Beine (venöser Reflux). Das Blut staut sich, der Druck in den Venen steigt (venöse Hypertonie). Die Venen erweitern und winden sich und werden unter der Haut sichtbar.
Ganz und gar nicht. Unbehandelt ist die Varikose ein fortschreitendes Gesundheitsproblem. Beginnend mit leichten Beschwerden kann die venöse Hypertonie im Verlauf zu ernsten Komplikationen (CEAP-Klassifikation) führen.
Frühe Symptome sind u. a.:
Unbehandelt kann es fortschreiten zu:
Lange Zeit war die Operation Standard: „High Ligation and Stripping“ – Abbinden in der Leiste und Herausziehen der Vene mit einem „Stripper“.
Das bedeutete Voll-/Spinalanästhesie, Schnitte, Klinikaufenthalt, postoperative Schmerzen, Hämatome und eine längere Ausfallzeit.
In den letzten zwei Jahrzehnten haben Laser (EVLA) und Radiofrequenz (RFA) die Operation weitgehend abgelöst. Internationale Leitlinien empfehlen diese minimalinvasiven Methoden heute als Erstlinien-Therapie.
Warum? Weil keine Vollnarkose, keine großen Schnitte und keine Nähte nötig sind. Der Zugang erfolgt über einen kleinen Nadelstich. Man geht direkt nach dem Eingriff, ist am selben Tag zuhause und meist nach wenigen Tagen wieder aktiv – mit weniger Schmerzen und Hämatomen als nach OP.
RFA (häufig mit dem ClosureFast-System) wirkt wie ein „Wärme-Siegelgerät“, das die Venenwand kontrolliert verschließt.
Unter Ultraschallkontrolle wird ein dünner Katheter in die Vene eingelegt. Dessen Spitze erzeugt Radiofrequenzenergie und erhitzt die Venenwand in exakt gesteuerten 20-Sekunden-Zyklen auf ca. 120 °C.
Die Kollagenfasern schrumpfen, die Venenwände kleben zusammen und verschließen sich. Abschnittsweise wird der Katheter zurückgezogen, bis das gesamte erkrankte Segment verschlossen ist.
EVLA arbeitet anders – eher wie ein „Dampfgenerator“.
Statt eines Katheters wird eine feine Laserfaser eingelegt. Beim Aktivieren erreicht die Faserspitze extrem hohe Temperaturen (> 1000 °C; im Gegensatz zu 120 °C bei RFA).
Die Hitze wird indirekt auf die Venenwand übertragen: Laserlicht verdampft Restblut und Tumeszenzflüssigkeit, es entstehen heiße Dampfblasen, die zusammen mit der erwärmten Faserspitze die Wand durch Wärmeleitung/-konvektion verschließen.
Frühere „Bare-Tip“-Laser verursachten mehr Schmerzen/Hämatome, da sie Energie nach vorn abgaben und umliegendes Gewebe verletzen konnten.
Heute sorgen zwei Fortschritte für hohen Komfort:
Dank 1470 nm + Radialfaser ist modernes EVLA in der Verträglichkeit mit RFA vergleichbar.
Die Auswahl basiert auf Untersuchung und – am wichtigsten – farbkodiertem Duplex-Ultraschall (stehend).
Ideal sind Patientinnen/Patienten mit Beschwerden (Schmerz, Schwellung, Krämpfe etc.) und nachgewiesenem Reflux in Hauptoberflächenvenen wie V. saphena magna (GSV) oder parva (SSV).
Die Verfahren sind sicher von CEAP C2 (Varizen) bis C6 (Ulkus) einsetzbar.
Kontraindikationen u. a.:
Ist das tiefe Venensystem verschlossen und die oberflächliche Vene fungiert als Bypass, ist eine Ablation kontraindiziert. Gerinnungsstörungen oder Immobilität erfordern besondere Abwägung.
Die Tumeszenzanästhesie (TA) ist entscheidend für Sicherheit und Effektivität bei EVLA/RFA.
Sie besteht aus stark verdünntem Lokalanästhetikum (meist Lidocain) in Kochsalzlösung. Große Flüssigkeitsmengen werden unter Ultraschall um die zu behandelnde Vene injiziert.
TA wirkt dreifach:
Ablauf von EVLA/RFA:
Große Studien zeigen Verschlussraten von > 93–95 % nach 1 Jahr für RFA und modernes EVLA. Nach 5 Jahren hält ClosureFast-RFA ~ 91,9 % – vergleichbar mit EVLA. Auch gegenüber Stripping sind Lebensqualität und Dauerhaftigkeit ähnlich.
Mit 1470 nm-Radialfasern ist der Unterschied praktisch aufgehoben. Aktuelle Kopf-an-Kopf-Studien zeigen vergleichbare Schmerzscores, Zufriedenheit und Rückkehrzeiten.
EVLA/RFA sind sehr sicher. Häufigste Nebenwirkungen: leichte, vorübergehende Schmerzen, Druckgefühl, Spannungs-/Stranggefühl, kleine Hämatome.
Nervenreizung (Parästhesie): Bei EVLA wegen des „Dampfbubble“-Mechanismus etwas wahrscheinlicher als bei RFA (bes. unterhalb des Knies); meist vorübergehend.
Endovenöse hitzebedingte Thrombose (EHIT): Selten in der ersten Woche: limitierte Thrombusextension in Richtung tiefer Vene. Management nach AVF/SVS-Klassifikation:
Die Routine-Kontrolle (72 h bis 1 Woche) dient der Erkennung asymptomatischer EHIT III/IV.
Ja. „Nicht-thermische, nicht-tumeszente“ (NTNT) Techniken vermeiden die Nachteile der Wärmeverfahren.
Am verbreitetsten ist die Cyanoacrylat-Okklusion (CAC; VenaSeal) – der „Kleber“.
Vorteile gegenüber thermischen Methoden:
Es gibt nicht die eine beste – sondern die für Sie passendste. Alle modernen Optionen (RFA, modernes EVLA, ggf. OP) liefern exzellente Langzeitergebnisse.
Kurzvergleich:
Die Entscheidung treffen Patient und Arzt gemeinsam – abhängig von Anatomie (Durchmesser/Tiefe), Präferenzen (z. B. Nadeln/Strümpfe vermeiden) und Erfahrung des Behandlers.
Vor allem Varikose und oberflächliche Veneninsuffizienz der Beine. Die erweiterte Vene wird von innen verschlossen, der Blutfluss erfolgt über gesunde Venen.
Schnell: Gehen am selben Tag, Rückkehr zu normalen Aktivitäten meist binnen weniger Tage. Leichte Hämatome/Spannungsgefühl klingen rasch ab.
Patientinnen/Patienten mit TVT, ausgeprägter arterieller Ischämie oder schweren Durchblutungsstörungen; der Eingriff wird in der Schwangerschaft und bei aktiven Infektionen verschoben.
Unter Lokalanästhesie kaum Schmerzen. Meist nur Wärme-/Druckgefühl und geringe, vorübergehende Empfindlichkeit.
Minimalinvasiv, keine Schnitte, bessere Ästhetik, schnellere Erholung, geringere Rezidivraten als klassische OP; minimales Risiko für Blutung/Infektion, keine Narkoserisiken.
Die behandelte Vene bleibt verschlossen, neue Varizen können an anderer Stelle entstehen. Regelmäßige Kontrollen und Lebensstilmaßnahmen senken das Risiko.
Kompressionsstrümpfe tragen, regelmäßig gehen, langes Stehen meiden; heiße Bäder in den ersten Wochen vermeiden.
Bei der OP wird die Vene entfernt, bei der Ablation von innen verschlossen – mit deutlich weniger Hämatomen, Schmerzen und Narben.
Büroarbeit meist nach 1–2 Tagen, körperlich schwere Arbeit nach 4–5 Tagen. Frühe Mobilisation ist ein großer Vorteil.
Intensiver Sport in der ersten Woche meiden. Leichte Aktivität (Gehen) sofort, Laufen/Schwimmen/Radfahren meist nach 7–14 Tagen.